
2010 erlebten wir die Niagarafälle aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: nachts in farbigem Licht, von oben als weites Panorama und vom Boot aus mitten in der Gischt unterhalb der Horseshoe Falls. Unsere Fotos und der Film halten die Augenblicke fest, die wir von dieser Reise mit nach Hause nahmen.
Bei unserem Besuch begegnete uns die Gischt in immer neuen Formen: nachts farbig angestrahlt, tagsüber im natürlichen Licht und schließlich überall um uns herum auf der Maid of the Mist. Über dem herabstürzenden Wasser steigt sie als mächtige Wolke auf. Sie verdeckt Teile der Aussicht und lässt aus der Ferne nur schwer erkennen, wie groß die Fälle wirklich sind. Gerade dieser Sprühnebel gehört zu den unverwechselbaren Merkmalen Niagaras.
Zu unserer Reise an die Niagarafälle im Jahr 2010 gehörten sowohl die beleuchteten American Falls und Bridal Veil Falls als auch der Blick über den Fluss auf die kanadische Skyline. Mit dem Boot fuhren wir außerdem in Richtung Horseshoe Falls. Noch vor unserer Abreise zeigte sich ein Regenbogen in der Gischt und ergänzte die Eindrücke um eine weitere Szene, die uns in Erinnerung blieb.
Auf dem Boot kamen wir dem Wasser so nahe, dass wir sein volles Dröhnen hörten und die Gischt spürten, die vom Ufer aus noch so weit entfernt gewirkt hatte. Die Aussicht von oben hatte uns zuvor geholfen, die Form der Landschaft zu erfassen. Erst beide Perspektiven zusammen, der weite Überblick und der Blick vom Fluss, vermittelten uns ein viel klareres Bild dieses Ortes.
Unser Besuch im Überblick
Reiseziel
Niagarafälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada
Reisejahr
2010
Zentrales Erlebnis
Bootsfahrt mit der Maid of the Mist
Aussichten
Abendliche Beleuchtung, Panoramen bei Tageslicht und ein Regenbogen
Auf dieser Seite
FilmNachtansichtenBei TageslichtVor der BootsfahrtMaid of the MistPanoramaRegenbogenDie LandschaftRückblick
Unser Film von den Niagarafällen
Von den beleuchteten Fällen in der Dunkelheit führt unser Film zu den Ansichten bei Tag und weiter zur Fahrt mit der Maid of the Mist. Auch der Regenbogen, den wir in der Gischt sahen, ist darin zu sehen. Ein kurzer Überblick über Niagaras Naturgeschichte ergänzt die Aufnahmen unserer Reise.
Je näher das Boot den Horseshoe Falls kommt, desto stärker verändern das bewegte Wasser und die dichte Gischt den Blick. Gerade deshalb lässt sich diese Annäherung besonders gut im Film festhalten.
Wenn die Niagarafälle nachts leuchten
Während wir durch Niagara Falls fuhren, ging das Tageslicht allmählich zurück. Als wir die Wasserfälle später im Dunkeln betrachteten, hatte die farbige Beleuchtung der Szenerie ein anderes Aussehen gegeben. Vor dem schwarzen Hintergrund trat das fallende Wasser deutlich hervor; besonders die hell erleuchteten American Falls und die schmaleren Bridal Veil Falls zogen unseren Blick auf sich.
Stadtlichter und gewaltige Wassermassen in Bewegung bildeten hier eine ungewöhnliche Kombination im selben Blickfeld. Jenseits des Flusses leuchtete die kanadische Skyline. Zusammen mit den Wasserfällen und der aufsteigenden Gischt bildeten die beleuchteten Gebäude eine eindrucksvolle nächtliche Kulisse.
Die breite Wasserfront der American Falls ließ sich vor dem dunklen Hintergrund klar von der kleineren Kaskade daneben unterscheiden. Genau diese Formen arbeitete die Beleuchtung besonders deutlich heraus. Wo Gischt aufstieg, wurden Teile der Szenerie weicher, doch die unablässige Bewegung des Wassers blieb sichtbar.
Schon 1860 gab es eine besondere Beleuchtung der Fälle; 1925 folgte die Gründung des Niagara Falls Illumination Board. Als wir 2010 dort waren, blickte die nächtliche Inszenierung also längst auf eine lange Tradition zurück. Von diesen frühen Vorführungen erzählt die Geschichte der nächtlichen Beleuchtung der Niagarafälle.
Der Abend blieb für uns ein eigenständiger, lohnender Teil der Reise, gerade weil die Fälle so anders wirkten als später bei Tageslicht.



Bei Tageslicht werden drei Wasserfälle sichtbar
Nachts hatten Licht und Farbe den Blick bestimmt; im morgendlichen Panorama ließ sich dagegen besser verstehen, wie die einzelnen Teile der Landschaft zusammenhängen. Bei Tageslicht erkannten wir mehr: den Fluss und seine Ufer, die Kanten der Wasserfälle und die Gischtwolken, die von unten aufstiegen.
Die Niagarafälle bestehen aus drei Wasserfällen, von denen die Horseshoe Falls die größten sind. Ihr weiter Bogen spannt sich zwischen Goat Island und dem kanadischen Ufer. Auf der US-amerikanischen Seite trennt Luna Island die breiten American Falls von den wesentlich schmaleren Bridal Veil Falls. Einen Überblick über die Lage bietet Destination Niagara USA mit seiner Erklärung der drei Fälle und ihrer Geografie.
Bei den Horseshoe Falls wölbt sich die Abbruchkante nach innen, während vom Fuß des Wasserfalls eine große Gischtwolke emporsteigt. Anders wirken die American Falls: Ihre breite Wasserfront steht neben der kleineren Kaskade der Bridal Veil Falls. Gerade die Unterschiede zwischen diesen Formen prägen den Charakter des Panoramas.
Erst der Überblick, dann die blauen Ponchos
Vom Aussichtsturm aus ließ sich das Panorama in seiner Weite erfassen, und die Fälle wurden als Teil einer deutlich größeren Landschaft erkennbar. Diesen Überblick verschafften wir uns am Morgen, bevor wir zum Fluss hinuntergingen.
Für die Fahrt mit der Maid of the Mist zogen wir anschließend blaue Ponchos über. Der Blick aus der Höhe sollte bald einer Begegnung mit dem Wasser aus nächster Nähe weichen. In unseren Aufnahmen von der Bootsfahrt fallen diese Ponchos sofort auf; weshalb wir sie trugen, wurde spätestens beim Annähern an die Gischt offensichtlich.
Unten am Fluss richtete sich unser Blick dann nach oben, dem herabfallenden Wasser entgegen.
Mit der Maid of the Mist zu den Wasserfällen
Je weiter wir mit der Maid of the Mist auf die Horseshoe Falls zufuhren, desto lauter wurde es und desto dichter wurde die Gischt. Was aus der Entfernung noch deutlich zu sehen gewesen war, verschwand nach und nach hinter bewegtem Wasser und Sprühnebel. Auf keine andere Weise kamen wir Niagaras Kraft bei diesem Besuch so unmittelbar nahe.
Vor unserem Boot erhoben sich die Horseshoe Falls in einem weiten Bogen. Überall im Blickfeld stürzte Wasser herab; dazu kamen das laute, ununterbrochene Dröhnen und die Gischt, die den Raum zwischen Boot und Wasserfall ausfüllte. Die Größe ließ sich eher körperlich spüren, als mit einem einzigen Blick erfassen.
Jetzt befanden wir uns mitten in jener Gischt, die wir vom Ufer aus nur über dem Fluss hatten aufsteigen sehen. Statt eines klaren Panoramas gab es einzelne Durchblicke durch den Sprühnebel, und die blauen Ponchos gehörten zu diesem Erlebnis dazu. Dieser Abschnitt unserer Reise hinterließ den stärksten Eindruck.
Die Anfänge der Maid of the Mist reichen bis 1846 zurück: Damals nahm das erste Dampfschiff den Betrieb auf und brachte Fahrgäste und Fracht über den Fluss. Mit der Eröffnung einer Hängebrücke 1848 verlagerte sich sein Hauptzweck auf Besichtigungsfahrten. Wie aus der Flussüberquerung ein Ausflug zu den Wasserfällen wurde, schildert der Betreiber in seiner Geschichte der Maid of the Mist. Diese Art, Niagara zu erleben, hat also eine lange Vorgeschichte.
Lange bevor wir hier mit unseren Kameras unterwegs waren, wollten Menschen Niagara aus dieser Nähe sehen. Unsere eigene Fahrt machte gut verständlich, was daran so reizvoll ist. Mit diesem historischen Hintergrund bekommen auch die blauen Ponchos und der vertraute Name des Bootes eine zusätzliche Bedeutung.



Wieder das ganze Panorama im Blick
Aus größerer Entfernung konnten wir die Wasserfälle wieder gemeinsam betrachten. So verschieden die breite Front der American Falls und der ausladende Bogen der Horseshoe Falls auch aussehen: Der Fluss und die ziehende Gischt verbinden sie zu einer zusammenhängenden Landschaft.
Nach den Nahansichten durch den Sprühnebel lag nun wieder die gesamte Szenerie vor uns. Im Panorama wurden sowohl die Abstände zwischen den einzelnen Kaskaden als auch die Weite ihrer Umgebung deutlich.



Ein Regenbogen in der Gischt
Gegen Ende unseres Besuchs erschien ein Regenbogen im Sprühnebel — einer der letzten Landschaftseindrücke dieser Reise. Nach den farbigen Lichtern am Abend und der dichten Gischt um das Boot sahen wir damit noch einmal auf andere Weise, wie Wasser das Licht aufnimmt.
Beim Eintritt in einen Wassertropfen und beim Austritt wird Sonnenlicht gebrochen; im Inneren wird es reflektiert. Dabei fächert sich das Licht in sichtbare Farben auf. Wenn Sonnenlicht und Blickwinkel zusammenpassen, können also genau die Tropfen, die nahe den Horseshoe Falls die Sicht erschweren, ein klar erkennbares Farbband bilden. Den Vorgang erläutert der National Weather Service in seiner Erklärung zur Entstehung eines Regenbogens.
Wir freuten uns, diesen Augenblick festgehalten zu haben. Innerhalb der viel größeren Szenerie aus fallendem Wasser und ziehender Gischt war der Regenbogen ein kleines, deutlich umrissenes Detail. Als Schlussbild für den Landschaftsteil unseres Films passte er deshalb besonders gut.
Was die Landschaft von Niagara geprägt hat
Vom Eriesee zum Ontariosee führt der Niagara River das Wasser und verbindet damit zwei der Großen Seen. Die Wasserfälle sind ein besonders eindrucksvoller Abschnitt dieses größeren Wasserwegs. Wenn man die Herkunft des Wassers mitdenkt, wird Niagaras Ausmaß noch interessanter.
Bei Queenston und Lewiston, weiter flussabwärts als heute, lagen die Fälle ursprünglich. Die Entwicklung dieser Landschaft begann vor etwa 12.000 Jahren, als sich die letzten Eisschilde aus der Region zurückzogen. Über Jahrtausende schnitt die Erosion in den Fels und verlagerte die Fälle flussaufwärts in Richtung ihres heutigen Standorts. Diesen Wandel zeichnet Niagara Parks im Leitfaden zur Geologie der Niagarafälle nach.
Das Kraftwerk der Canadian Niagara Power nahm 1905 erstmals den Betrieb auf; seine Entstehung beschreibt Niagara Parks in der Geschichte des Kraftwerksbaus. Es steht beispielhaft dafür, wie der Fluss zur Energieversorgung der umliegenden Region beitrug. Bei unserem Besuch 2010 hatte die Stromerzeugung mit Niagaras Wasser bereits eine mehr als hundertjährige Geschichte.
Dasselbe fließende Wasser hat über sehr lange Zeit die Schlucht geformt und die Landschaft verändert, zugleich Besucher angezogen und die Industrie unterstützt. Dieser Zusammenhang macht verständlich, weshalb Niagara weit mehr ist als nur eine berühmte Aussicht.
Was uns von Niagara in Erinnerung blieb
Am stärksten prägten uns die Wechsel zwischen den Perspektiven: erst die Beleuchtung in der Dunkelheit, dann das klare Panorama bei Tageslicht und schließlich die Nähe zu den Fällen auf der Maid of the Mist. Jeder dieser Blicke ließ etwas hervortreten, das sich aus den anderen Perspektiven weniger deutlich zeigte.
Von den weiten Aussichtspunkten aus erfassten wir die Formen der American Falls und Horseshoe Falls; das Dröhnen und die Gischt erlebten wir auf dem Boot. Zum Abschluss kam mit dem Regenbogen ein Moment hinzu, der ganz vom Licht abhing.
Mit unseren Fotos und dem Film möchten wir diese Erlebnisse teilen. Schon aus der Ferne bot Niagara viel zu sehen, doch erst die Nähe zum Wasser machte die Dimensionen wirklich greifbar. Geblieben sind uns vor allem die blauen Ponchos, das Dröhnen der Horseshoe Falls und dieser Regenbogen.
Fotos & Video: Eigene Aufnahmen von unserem Besuch an den Niagarafällen im Jahr 2010 — Let’s Visit by Radon.





